Tagesbericht
11.08.2005
Tag 6: Ein Tag im Bus – Sorge um Larissa
Es lag eine schlaflose oder zumindest unruhige Nacht hinter uns. Der Passat mit seinen nächtlichen Helfern für Larissa kam erst morgens um sechs Uhr aus dem Krankenhaus im 100km entfernten Mora zurück und mit ihnen die Gewissheit, dass Larissa im Krankenhaus gut versorgt wurde.
Für uns stand für heute die Rodelbahn in Rätvik auf dem Tourplan.
Voller Hoffnung und Vorfreude, dass die Regenwolken sicherlich
weggezogen sein werden, bis wir in Rätvik ankommen würden, machten wir
uns auf den Weg. Mitten auf der Fahrt die nächste Schreckensmeldung: der
Passat ist liegen geblieben und mit dem Abschleppwagen auf dem Weg in
die nächste VW-Fachwerkstatt. An der Sommerrodelbahn angekommen mussten
wir uns leider mit Blick in den Himmel gegen diesen Spaß entscheiden,
denn die Bremsen der Bobs würden bei dem Regen nicht funktionieren.
Schade, schade, schade, heute kein Glück mit dem Wetter. Zurück in den
Bus.
Die Stimmung sank merklich, alle waren sehr gereizt, zumal niemand sichere Informationen über den Verlauf von Larissas Operation hatte. Auf dem Weg nach Mora – Krankenhausbesuch und Thomas, Heike und Martin aus der VW-Werkstatt abholen – machten wir Halt in Nusnäs, um einen kleinen Einblick in die Dalarnapferdchenproduktion zu bekommen. In Mora angekommen setzten wir René und Berit am Krankenhaus ab, die stellvertretend für alle bei Larissa sein sollten, wenn sie nach der OP aufwachen würde.
Für alle anderen hieß es Weiterfahrt zur Jugendherberge, um uns für
das besinnlich ruhige Konzert am Abend in Nås umzuziehen. Nach dem
Einsingen – Klappe die dritte blieb heute aus, da "nur" Sven uns am
Piano begleiten sollte und wir deswegen kein Equipment brauchten –
erreichte die angespannte Stimmung ihren Höhepunkt, weil uns noch immer
keine Informationen über Larissas Zustand erreicht hatten. Kurz nach
Konzertbeginn ging die Kirchentür auf, Astrid lachte uns alle
erleichtert an und streckte den Daumen in die Höhe. Was für eine
Erleichterung: Larissa geht es den Umständen entsprechend gut. Man hörte
die Steine von allen Herzen fallen. 40 begeisterte Zuschauer – die
Herbergsleitung sagte uns später, dass es für diese ländliche Region ein
großes Publikum gewesen sei – strahlten uns besonders beim schwedischen
Segen mit einem Lächeln entgegen.
In der Jugendherberge angekommen bekochte uns der Herbergsvater mit Lachsfilet an buntem Salat mit Pellkartoffeln. Köstlich! Nach einem VIM (very important meeting), das wichtig und lösend für unser aller Stimmung war, konnten wir den Rest der Nacht 27-Dezember-like feiern.
PS: Larissa, du fehlst mir sehr im kreativen Schreiben des Tagebuches. Allein macht das nur halb soviel Spaß!
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